Zollfahnder nehmen deutschen Waffenhändler fest

07/02/2021Unkategorisiert

Ermittler des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Main haben in vier Ermittlungsverfahren eine Vielzahl verbotener Gegenstände sichergestellt, darunter insgesamt 13 Schusswaffen, 1.361 Stück Patronenmunition, mehrere Schlagringe, ein Butterflymesser, eine Stahlrute und 80 verbotene pyrotechnische Gegenstände.

Die Ermittler waren den illegalen Waffen, der Munition und der Pyrotechnik auf die Spur gekommen, weil unter anderem ein 39-jähriger mutmaßlicher Waffenhändler aus Lübeck illegal Waffen über das sogenannte Darknet an einen 65-Jährigen aus Ludwigshafen und an einen 40-jährigen Verdächtigen aus dem Landkreis Tirschenreuth (Bayern) verkauft hatte.

In einem weiteren Fall deckten sie die Identität eines weiteren 39-jährigen Tatverdächtigen aus dem Landkreis Schaumburg (Niedersachsen) auf, der ebenfalls illegal Munition im „verborgenen Teil“ des Internets erworben hatte. Auch hier stellten die Ermittler bei der Wohnungsdurchsuchung fest, dass der Tatverdächtige Schusswaffen selbst hergestellt hatte.

Die tatverdächtigen Männer verfügten nicht über die erforderlichen Erlaubnisse für den Handel, die Herstellung und den Besitz von Waffen und Munition.

Die Sicherstellungen erfolgten zwischen April 2018 und November 2020 bei Wohnungsdurchsuchungen der Beschuldigten und sind das Ergebnis umfangreicher und komplexer Ermittlungsarbeit einer Ermittlungskommission des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Main, die seit April 2016 gezielt gegen den organisierten Handel und Schmuggel mit illegalen Schusswaffen im Darknet vorgeht. Die vier Strafverfahren werden unter der Leitung der Staatsanwaltschaften Lübeck, Frankenthal, Bückeburg und der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg geführt.

Gegen den Beschuldigten aus dem Landkreis Schaumburg wurde bereits ein Bußgeldbescheid in Höhe von mehreren tausend Euro erlassen. Die Entscheidungen in den anderen Verfahren stehen noch aus.

„Die Ermittlungserfolge machen deutlich, dass das Darknet kein rechtsfreier Raum ist. Wer über das Darknet Straftaten begeht, muss jederzeit damit rechnen, ermittelt und verfolgt zu werden“, so die Sprecherin des Zollfahndungsamtes in Frankfurt am Main.

Die Beschlagnahmungen im Einzelnen:

Ludwigshafen: 1 Faustfeuerwaffe, 265 Stück Munition, 1 verbotener Schlagring

Landkreis Tirschenreuth: 8 Faustfeuerwaffen, 1 Gewehr, 142 Stück Munition, 80 verbotene pyrotechnische Gegenstände

Lübeck: 855 Stück Munition, 1 verbotener Schlagring, 1 verbotenes Butterfly-Messer, 1 verbotene Stahlrute, 1 verbotenes Laser-Pilotlicht

Landkreis Schaumburg: 2 Faustfeuerwaffen, 1 selbstgebaute Schrotflinte mit Laser-Ziellicht, 99 Stück Munition sowie Waffenteile

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